Kreis Steinfurt
Polizei rät zur Vorsicht
16.02.2017

Telefonbetrug: Alte Menschen im Visier

Die Polizei warnt wieder vor Telefon-Betrügern: Angebliche Beamte rufen vor allem alte Menschen an und warnen vor Einbrechern. Und drängen darauf, Schmuck und Geld zur Verwahrung zu übergeben. 32 Fälle hat es im Kreis gegeben, acht davon am Donnerstag in Rheine.

Der „Service" klingt verlockend. „Wir haben Erkenntnisse, dass in den nächsten Tagen bei Ihnen eingebrochen werden soll. Deshalb holen wir Ihren Schmuck ab und sichern ihn so für Sie." Der Anrufer am anderen Ende der Leitung gibt sich als Polizist aus. Unvorstellbar? Eine Lachnummer? Klar, aber offenbar funktioniert diese Masche.

32 Vorfälle im Kreis

Johannes Tiltmann, Sprecher der Kreispolizeibehörde Steinfurt, kennt insgesamt 32 Vorfälle dieser Art im Kreisgebiet; 16 rund um das Wochenende in Emsdetten, weitere acht am Donnerstag in Rheine. In allen Fällen sei es „glücklicherweise" bei Versuchen geblieben. „Aber aus anderen Landesteilen kennen wir schon Fälle, wo die Anrufer sehr erfolgreich waren." 32 Vorfälle seien jetzt bekannt – Dunkelziffer unbekannt.

Tiltmann hebt hervor, dass sich die Polizei „niemals" nach Schmuck, Bargeld oder Pin-Zahlen erkundige. „Unsere Anliegen regeln wir im persönlichen Gespräch mit den Betroffenen", stellt er klar. „Wer einen Anruf erhält, kann sich bei jeder Polizeidienststelle vergewissern, ob es eine echte Polizeiaktion ist."

Verunsicherung durch technische Manipulationen

Der Pressesprecher appelliert, bei derartigen Anrufen hoch sensibel und besonders misstrauisch zu sein. „Man kann sich Stimmlagen oder Hintergrundgeräusche merken oder andere Auffälligkeiten." Die Betrüger wenden sich offenbar nur an ältere Menschen als Zielgruppe. Möglicherweise seien Senioren gutgläubiger als jüngere Menschen. Dazu kommen oft technische Manipulationen. „Es ist möglich, eine falsche Telefonnummer im Display des Angerufenen aufleuchten zu lassen."

Häufig würden auch Namen bekannter Polizisten bei den Anrufen verwendet; in Emsdetten in mindestens zwei Fällen der Name „Helmstedt". Die Polizei sei sehr daran interessiert, den Betrügern das Handwerk zu legen, betont Tiltmann. Ein Gericht habe zum Beispiel zwei Männer, die im September 2015 wegen solcher Telefonate festgenommen worden sind, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. „Das ist weder Spaß, noch ein Kavaliersdelikt."

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