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NRW

70-Jähriger soll Ehefrau mit Wäscheleine erdrosselt haben

Dienstag, 3. Dezember 2019 - 14:15 Uhr

von dpa

Eine Statue der Justitia hält die Waage in der Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archivbild

Köln (dpa/lnw) - Er soll nach einem ersten Strangulationsversuch seine auf die Straße gerannte Ehefrau zurück ins Haus gezogen und dort erdrosselt haben. Ein 70 Jahre alter Mann aus Hürth bei Köln steht seit Dienstag wegen heimtückischen Mordes vor Gericht. Nach der Tat soll er versucht haben, sein eigenes Leben zu beenden. Wie aus der Anklageschrift am Landgericht Köln hervorgeht, handelte er im Zustand einer depressiven Störung mit verminderter Schuldfähigkeit.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte ein Stück Wäscheleine zunächst an sich selbst getestet. Als die Frau an einem Tag im März nach dem Frühstück Geschirr gespült habe, soll er ihr von hinten die Wäscheleine um den Hals gelegt und zugezogen haben. Nach heftiger Gegenwehr habe sie sich befreien, zur Haustür flüchten und draußen um Hilfe rufen können. Doch der Angeklagte soll die Frau zurück in das Haus gezogen und sie dort zu Tode gedrosselt haben. Anschließend habe der Deutsche den Leichnam seiner Frau in das gemeinsame Schlafzimmer gebracht, wo er Mittel zu sich genommen habe, um auch sich zu töten.

„Mein Mandant kann sich an nichts erinnern“, sagte Verteidiger Oliver Kleine in einer Erklärung. „Bewusst ist sich mein Mandant aber über seine objektive Täterschaft. Es kommt auch niemand anders in Frage“, erklärte Kleine. Die Erinnerung des Angeklagten setze erst wieder ein, als er im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg aufgewacht sei. Erst dort habe er von seinen Kindern erfahren, dass er seine Frau getötet haben soll. In dem Verfahren wurde bekannt, dass der Mann erst vor wenigen Tagen einen weiteren Suizidversuch unternommen habe. Seither ist er in einem besonders gesicherten Haftraum untergebracht.