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NRW

NRW-Schulen: Ministerin will nicht zu viele Quereinsteiger

Donnerstag, 10. Oktober 2019 - 16:06 Uhr

von dpa

Yvonne Gebauer (FDP), NRW-Bildungsministerin. Foto: Marius Becker/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalen hat nach Angaben des Schulministeriums seit 2017 insgesamt 2350 Seiteneinsteiger für den Lehrerberuf gewonnen. Damit habe die Seiteneinsteigerquote zwischen 10 und 15 Prozent der neu eingestellten Lehrer gelegen, berichtete Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag.

Gebauer wies den Vorwurf der SPD-Opposition zurück, dass sich die Anwerbung von Quereinsteigern „als weniger erfolgreich erwiesen“ habe. In NRW würden strenge Qualitätsmaßstäbe an die Auswahl angelegt, betonte sie. „Eine Seiteneinsteiger-Quote von bis zu 50 Prozent, wie in Ländern wie Berlin verfolgt, ist ausdrücklich nicht unser Ziel.“

Die SPD forderte in einem Antrag zu Bildungsgerechtigkeit und Lehrermangel, Schulen in sozial schwierigen Stadtteilen müssten genauso viele Mittel erhalten wie die neuen üppig ausgestatteten „Talentschulen“. In jedem Fall benötigten sie „mehr personelle Unterstützung als Schulen im Umfeld privilegierter Einfamilienhausbebauung“. Eine solche Forderung würde allein für den Bereich der Sekundarstufe I schon über 2400 zusätzliche Lehrerstellen bedeuten, hielt die Schulministerin dagegen.

Der akute Lehrermangel lasse sich durch eine Anhebung der Lehrerbesoldung nicht lösen, sagte Gebauer. Die Grünen und der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) widersprachen dem. „Die Ungerechtigkeit der unterschiedlichen Bezahlung der Lehrämter muss endlich aufgelöst werden“, bekräftigte der VBE in einer Mitteilung.

Gebauer räumte ein: „Bis auf das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen gibt es derzeit in allen Lehrämtern weniger Bewerber als zu besetzende Stellen.“ Allein an den NRW-Grundschulen waren zum Start des Schuljahres von rund 3200 ausgeschriebenen Lehrerstellen nur etwa 1760 besetzt.