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NRW

Umwelt-Staatssekretär: Betreiben von Datteln 4 „vertretbar“

Montag, 9. Dezember 2019 - 14:41 Uhr

von dpa

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

Madrid/Datteln (dpa/lnw) - Das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 wird nach Einschätzung des Staatssekretärs im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, trotz des deutschen Kohleausstiegs ans Netz gehen. Das sei zwar schwer zu erklären in einer Welt, in der vom UN-Generalsekretär bis zur Bewegung Fridays for Future alle ein Ende der Stromgewinnung aus Kohle forderten, sagte Flasbarth am Montag in Madrid am Rande der UN-Klimakonferenz. Er halte es aber trotzdem für „vertretbar“, weil man sich im Kohlekompromiss auf Abschaltmengen geeinigt habe. Wenn Datteln ans Netz gehe, müssten andere Kraftwerke dafür aus dem Stromnetz.

Der Kraftwerksblock mit einer Leistung von 1100 Megawatt sollte bereits 2011 ans Netz gehen. Doch eine Serie von Versäumnissen und Pannen im Genehmigungsverfahren sowie langwierige Reparaturarbeit haben dafür gesorgt, dass auf der Baustelle immer noch gearbeitet wird. Der Stromkonzern Uniper will das Kraftwerk im Sommer kommenden Jahres in Betrieb nehmen und bereitet diesen Schritt derzeit vor. Datteln 4, wie der Kraftwerksblock in Anlehnung an seine kleineren Vorgänger genannt wird, ist das letzte in Deutschland gebaute Kohlekraftwerk.

Umweltschützer fordern das Aus für Datteln 4 und verweisen auf den Abschlussbericht der Kohlekommission, in dem empfohlen wird, noch im Bau befindliche Kohlekraftwerke nicht in Betrieb zu nehmen. Das Bundeswirtschaftsministerium betont dagegen, Uniper habe alle für das Anfahren des Kraftwerk erforderlichen Genehmigungen.