Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
Wirtschaft

K+S-Konzern erwägt Teilverkauf des Amerika-Geschäfts

Dienstag, 10. Dezember 2019 - 19:25 Uhr

von dpa

Burkhard Lohr, Vorstandsvorsitzender des K+S-Konzerns. Foto: Bodo Schackow/zb/dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Sinkende Kalipreise machen K+S seit Monaten zu schaffen. Nun wird klar, wie die Kasseler an Geld kommen wollen.

Mit möglichen Abspaltungen von Geschäftsteilen in Nordamerika holt der hoch verschuldete Dünger- und Salzproduzent K+S zum Befreiungsschlag aus.

Da die niedrigen Kalipreise ein Erreichen der Finanzziele schwierig machen, wurden Maßnahmen zum Schuldenabbau erarbeitet, wie K+S in Kassel mitteilte.

Für die operative Einheit Nordamerika, also vor allem das Salzgeschäft rund um Morton Salt, liegen laut einem Unternehmenssprecher „alle Optionen auf dem Tisch“. Favorisiert werde ein Teilverkauf oder ein Börsengang. Für die Sparte Europa+, zu der auch das neue kanadische Kaliwerk Bethune zählt, komme ebenfalls ein Teilverkauf in Betracht. Die K+S-Aktie legte daraufhin am Dienstagnachmittag deutlich zu.

Sinkende Kalipreise machen Herstellern wie K+S schon seit Monaten zu schaffen. So hatten die Hessen - wie andere Branchenteilnehmer auch - die Produktion zuletzt deutlich gedrosselt, in der Hoffnung, dass das geringere Angebot im neuen Jahr die Absatzpreise wieder ankurbelt.

Konzernchef Burkhard Lohr hatte im Zuge dieser Produktionskürzungen zuletzt für 2019 nur noch mit einem leichten Wachstum des operativen Gewinns (Ebitda) auf rund 650 Millionen Euro gerechnet - und das im Vergleich zu einem bereits schwachen Jahr 2018.

Zudem drückt Lohr auf die Kostenbremse: Neben den ohnehin geplanten Einsparungen sagte er bei der Vorstellung der jüngsten Finanzzahlen Mitte November, dass auch die Investitionen sinken sollen.

So hat der Konzern durch den milliardenteuren Bau des Kaliwerks Bethune in Kanada einen Schuldenberg angehäuft. Den abzutragen, dürfte angesichts der zuletzt schlechter laufenden Geschäfte schwieriger geworden sein. Laut dem Analysten Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan hatte das K+S-Management vor diesem Hintergrund jüngst eine Kapitalerhöhung nicht mehr ausgeschlossen.

Mit dem erwägten Verkauf von Unternehmensteilen versuchen die Kasseler nun womöglich, einen solchen Schritt zu vermeiden. Allein das neue kanadische Kaliwerk habe einen Wert von fast fünf Milliarden Euro, hieß es in der Mitteilung vom Dienstag. Dazu komme das margenstarke Portfolio an Düngemittelspezialitäten aus deutscher Produktion und die im Salzgeschäft gut aufgestellte operative Einheit Americas als kontinuierlicher Barmittel-Lieferant. Das nun erarbeitete Maßnahmenpaket ziele darauf, „Teile dieser Werte kurzfristig zu realisieren“.

Das Paket soll in den kommenden Monaten verfeinert und dann schrittweise umgesetzt werden. „Der schnelle Abbau der Verschuldung hat für uns höchste Priorität“, sagte Manager Lohr.