Emsdetten

Das Corona-Virus ist zurück

Zwei neue Infektionen in Emsdetten

Mittwoch, 29. Juli 2020 - 17:00 Uhr

von Klaus Spellmeyer

Foto: picture alliance/dpa

„Das Corona-Virus ist zurück.“ Der Emsdettener Arzt Dr. Joachim Kamp ist besorgt. Zwei neue Fälle sind gestern aufgetreten. Weiter sind zwei Fälle in Rheine aufgetreten. Diese Betroffenen arbeiten in Emsdetten.

Kontaktpersonen ausfindig machen

Verkäufer riskieren „Kopf und Kragen“, Pfleger und Ärzte sind alarmiert. „Wir müssen wieder rücksichtsvoll miteinander umgehen, damit sich das Virus nicht ausbreitet“, sagt Kamp.

Das heißt: Abstand halten und Masken tragen in den Märkten. Das heißt auch: Wer Symptome hat, die auf Corona hinweisen, sollte unbedingt erst in der Praxis anrufen und nicht einfach zur allgemeinen Sprechstunde kommen. „Bitte schont die Leute, die wir brauchen, um die Pandemie zu überstehen“, sagt Kamp. Er hofft, dass das Gesundheitsamt jetzt so schnell wie möglich die Infektionskette zurückverfolgt und diejenigen informiert, die mit den infizierten Personen in Berührung kamen. Den Arzt macht der Zeitversatz Sorgen. Es kann schon drei bis vier Tage dauern, bis die Menschen informiert werden, die mit den Corona-Infizierten in Kontakt kamen.

Kirsten Weßling, Sprecherin des Kreises, betont, dass man bemüht sei, so schnell wie möglich die Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Weil aber in den letzten Wochen die Regeln gelockert wurden, sei es „deutlich komplizierter und arbeitsintensiver geworden, die Kontaktpersonen zu ermitteln“. In Einzelfällen kann es auch schon drei bis vier Tage dauern, „weil wir sie vorher nicht erreichen“, erklärt Weßling.

Auch Emsdettens Erster Beigeordneter ist besorgt. Nicht nur wegen der zwei neuen Fälle in Emsdetten, sondern auch wegen der zehn neuen Fälle im Kreis Steinfurt. „Das ist eine deutliche Steigerung“, sagt Elmar Leuermann. Er sieht darin ein Signal. Alle Personen, die mit den beiden Infizierten aus Emsdetten in Kontakt gekommen waren, werden jetzt umgehend informiert. „Das heißt: Wenn sie auf einer Privatfeier mit 150 Gästen waren, würden jetzt 149 in Quarantäne gehen.“

Testpflicht für Rückkehrer

Das Treffen mit Freunden zum Grillen zuhause sei wieder zu einer „ganz normalen Übung“ geworden. Er wolle das nicht verurteilen. Aber seiner Auffassung nach sei nicht alles, was zulässig sei, auch sinnvoll. Er appelliert an alle, die Risikofaktoren im Blick zu halten. Das gelte auch für die Rückkehrer aus Urlaubsländern. „Wer die Möglichkeit hat, sollte den Test auf jeden Fall in Anspruch nehmen.“ Leuermann war erschrocken, wie wenige sich auf Flugplätzen freiwillig testen lassen.

Die Senioren-Union der CDU unterstützt nachdrücklich Überlegungen zur Einführung einer Testpflicht für Reiserückkehrer, wie sie gestern verlauten ließ, „Wir dürfen die Erfolge im Kampf gegen das Virus nicht verspielen, sondern müssen eine zweite Ansteckungswelle verhindern“, ist sich die Senioren-Union nach einer Telefonkonferenz einig. Werner Schneider erklärt: „Wer ohne zwingenden Grund Reisen in bekannte Risikogebiete unternimmt, muss um die Gefahr wissen, mit dem Virus infiziert zu werden und so nach Rückkehr zur lebensbedrohenden Gefährdung anderer beizutragen“.