Emsdetten

Evakuierung nach Windkraftanlagen-Havarie am Spatzenweg

Auch zweiter Flügel droht abzubrechen

Sonntag, 16. Februar 2020 - 16:00 Uhr

von Jens Keblat

Foto: Jens Keblat

Feuerwehrleute beobachten die havarierte Windkraftanlage.

Zwei Flügel, zwei Einsätze – und schließlich eine vorsorgliche Evakuierungsmaßnahme: Die Windkraftanlage zwischen der Taubenstraße und dem Spatzenweg hat die freiwillige Feuerwehr am Wochenende gleich zwei Mal beschäftigt, bereits am Samstag war einer der Flügel infolge starker Sturmböen zu Boden gestürzt.

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Willi Kemper zur Havarie der Windkraftanlage

Am Samstagnachmittag hatte sich zuerst der eine Flügel der 30 Jahre alten Windkraftanlage im Wind gelöst und war auf die Wiese gestürzt, auf der die Anlage steht. Weil das Gelände eingefriedet ist und von dem zweiten Flügel zunächst keine akute Gefahr ausging, wurde die freiwillige Feuerwehr bis auf Absperrmaßnahmen zunächst auch gar nicht weiter tätig. Doch nach dem Sturm der vergangenen Woche hatte der neuerliche Wind über Nacht offenbar leichtes Spiel und sorgte bis zum Sonntagmorgen dafür, dass auch der zweite Flügel immer instabiler wurde: „Der Flügel ist bereits gebrochen und schwingt im Wind hin und her“, erklärte Wehrführer und Einsatzleiter Willi Kemper am Sonntagnachmittag vor Ort, nachdem besorgte Bürger die Feuerwehr am Vormittag gegen 10.45 Uhr noch einmal auf den Plan gerufen hatten.

Sturmböen mit Geschwindigkeiten um die 80 km/h

Dieses Mal sahen sich die Einsatzkräfte aufgrund der anhaltenden Sturmböen mit Geschwindigkeiten um die 80 km/h gezwungen, sofort zu reagieren. Zwar hatte der Eigentümer und Betreiber der Anlage nach dem Vorfall vom Samstag bereits einen Wartungsdienst aus den Niederlanden engagiert, doch der hatte sich erst für Montag angekündigt. Doch in rund 31 Metern Höhe aktiv werden – für die Wehrleute mit ihrem Equipment und bei der Lage undenkbar. Deshalb wurden schließlich Spezialkräfte der Berufsfeuerwehr Osnabrück angefordert: „Wir haben versucht, mit den Höhenrettern aus Osnabrück, dass die da hoch gehen und eventuell das Windrad festsetzen.“

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Einsatz an Windkraftanlage

Samstag, 15. Februar 2020
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Ein mutiger Plan, der letztlich jedoch nicht griff: „Das geht, die Höhenretter haben allerdings bei 15 Metern abgebrochen, weil sie sich auf den Steigeisen des Mastes kaum noch halten konnten“, so Kemper weiter. Der Wind war einfach zu stark, der Einsatz unmöglich. Das eigentliche Problem: „Wir wissen nicht ganz genau, wie sich der Flügel verhält, wenn er abbricht.“ Niemand könne vorhersagen, ob der Flügel im Falle eines Absturzes genauso gefahrlos herabstürze, wie schon der erste. Das etwa 100 Kilo schwere Teil, eine unkalkulierbare Gefahr. „Nach langem hin und her haben wir uns deshalb dazu entschieden, evakuieren zu lassen“, so Kemper weiter. Die Evakuierung betrifft seit dem Sonntagmittag sämtliche Objektive im Umkreis von 100 Metern, darunter drei Wohnhäuser, die Kinderland-Kita und die Gewerbebetriebe. Selbiges gelte auch für mehrere Baustellen, unter anderem die Kita-Erweiterung. Kemper: „Auch die Baustelle wird zunächst stillgelegt. Wie die Kita „Habichtshöhe“ mit der vorübergehenden Schließung umgehen wird, war am Sonntag zunächst noch nicht absehbar. Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt sowie weitere Anlaufstellen der Stadtverwaltung sind mit der Evakuierung beschäftigt, der betroffene Bereich wurde inzwischen abgesperrt. Die Maßnahme wird zunächst solange aufrechterhalten, bis die Gefahr als gebannt gilt.