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Neuenkirchen

Die Schulen meistern die Krise

Umfrage: Notbetreuung wird kaum in Anspruch genommen

Montag, 16. März 2020 - 18:30 Uhr

von Jörg Homering

Foto: AJG, Lohmann

Leere Klassenzimmer. So wie hier am Arnold-Janssen-Gymnasium wird es in den kommenden Wochen in allen Schulen aussehen.

Der Ansturm auf die „Notbetreuung“ blieb aus. Schulen und Kindertagesstätten hatten am Montag kaum Kinder in ihren Reihen, die nicht zu Hause bleiben konnten. Das ergab eine Umfrage der MV, das teilte auch das Rathaus mit. Am Dienstag ist noch eine unangemeldete Notbetreuung in den Einrichtungen möglich; ab Mittwoch muss für eine Betreuung ein Antrag beim Kreis gestellt werden. Die Schulen haben sich vorbereitet, haben in Dienstbesprechungen Notfallpläne erarbeitet, stehen bereit. Für sie gilt aber auch, wie es ENS-Schulleiterin Ulrike Eckrodt-Schmeing ausdrückte: „Eine vergleichbare Situation habe ich in meiner beruflichen Laufbahn noch nicht erlebt.“

„Die Betreuung ist gesichert“

Zwei Schüler waren am Montag an der Emmy-Noether-Schule zum Unterricht erschienen. Zwei von 750. „Wir warten, ob es noch mehr werden. Dann bilden wir eine kleine Gruppe, die Betreuung ist gesichert“, sagte Ulrike Eckrodt-Schmeing. Noch sei nicht klar, ob es in der Notbetreuung bei eigenen Schülern bleibt, oder ob der Kreis Steinfurt den Schulen Schüler zuweisen wird. „Die Informationen sind widersprüchlich, das müssen wir abwarten“, sagte Eckrodt-Schmeing. Sie hatte am Montag – wie alle Schulleiter – ihr Kollegium zu einer Krisensitzung einberufen, in dem die Aufgaben und Dienste unter den Lehrern verteilt wurden. Dabei sprach die Leiterin der Sekundarschule ihrem Kollegium Lob aus: „Ich bin begeistert vom Engagement meiner Kollegen, die Bereitschaft, diese Krise zu meistern, ist sehr groß.“

Infos auf der Homepage

Für die Schüler bedeutet die Corona-Pause (vorerst) bis zu den Osterferien allerdings nicht, dass sie nur Freizeit haben. Über das schulinterne Informationssystem „iServ“ erhalten die Emmy-Kinder Material und Aufgaben und können mit den Lehrern in Kontakt treten. „Ich bin froh, dass wir uns mit diesem System vor einiger Zeit sehr gut aufgestellt haben. Das zahlt sich jetzt aus“, sagte die Schulleiterin. Für die Eltern gebe es aktuelle Informationen auf der Homepage – was auch für alle anderen Schulen gilt.

Dienstbesprechung am Montagvormittag auch am Arnold-Janssen-Gymnasium: Hier nahm kein Schüler die Notbetreuung in Anspruch – obwohl alle Schulbusse fuhren, was am Dienstag auch noch der Fall ist. „Die Abfrage nach Notbetreuung unter den Eltern läuft noch“, sagte AJG-Schulleiter Meinolf Dörhoff.

Lernmaterial über Cloud und „Threema“

Auch am AJG werden die Schüler mit Lernmaterial versorgt – über die Cloud „Schulbistum“ und über den Nachrichtendienst „Threema“. Chatrooms und Konferenzen via Internet sind in Planung. „Wir können den Unterricht nicht 1:1 aufrecht erhalten, das wollen wir auch gar nicht“, sagte Dörhoff. Vielmehr solle „ohne Druck das Lernen aufrecht erhalten werden“. Die Abi-Klausuren seien „zum Glück schon geschrieben“, so Dörhoff. Auch er habe noch keine vergleichbare Situation erlebt. „Bei allem Problemen der Krise können die Schüler so aber auch lernen, dass sie Eigenverantwortung übernehmen müssen“, sagte der AJG-Schulleiter.

Foto: Ludgerischule

Auch an der Ludgerischule wurden die Notfallpläne besprochen.

Auch die Grundschulen haben Lernmaterial an ihre Kinder verteilt. „Das machen wir aber ohne Druck und mit Augenmaß“, sagte Christoph Waltermann, Leiter der Ludgerischule. „Immerhin müssen sich viele Familien jetzt erst einmal organisieren.“ Vier Kinder der Ludgerischule kamen am Montag zur Notbetreuung; ob es mehr werden, kann Waltermann noch nicht abschätzen. „Wir haben die Betreuung von 7.30 bis 16.30 Uhr gewährleistet“, sagte der Schulleiter der MV.

Foto: Thieschule

Krisensitzung am Montag am Grundschulverbund Thieschule-Josefschule.

Michael Sundermann, Konrektor des Grundschulverbundes von Thie- und Josefschule, berichtete von einem Schüler, der am Montag an der Josefschule die Notbetreuung in Anspruch nahm; an der Thieschule war es niemand. Sundermann lobte die „gute Kommunikation“ mit der Gemeinde als Schulträger; noch am Sonntag habe dort eine Konferenz aller Schulleiter stattgefunden. Die Kinder des Grundschulverbundes bekommen einen Materialumschlag mit einem Arbeitsplan zugestellt, die Lehrer haben To-do-Listen für ihr Home-Office erhalten. „Wir müssen jetzt alle flexibel sein und spontan handeln“, sagte Sundermann.

Infos

Nur noch am Dienstag ist eine freie Betreuung in den Schulen möglich. Eltern, die ab Mittwoch, 18. März, ihre Kinder aus den Klassen 1. bis 6. eine Notbetreuung benötigen, müssen einen Antrag beim Jugendamt des Kreis Steinfurt stellen. Es ist eine Unabkömmlichkeitsbescheinigung durch den Arbeitgeber für beide Elternteile vorzulegen.

Die Anträge für die Notbetreuung sind per E-Mail an folgende Adresse zu senden: notbetreuung@kreis-steinfurt.de

Für Eltern und Schüler gibt es aktuelle Informationen auf den Homepages der Schulen:

ajg.eu

emmynoetherschule.de

ludgerischule-neuenkirchen.de

jothie.de

Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Gemeinde: www.neuenkirchen.de

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