Rheine

Drastische Worte an unbelehrbare Jugend

Neue Verfügung: Friseure und Baumärkte müssen schließen

Freitag, 20. März 2020 - 18:53 Uhr

von Wolfgang Attermeyer

Foto: picture alliance/dpa

Mit weiteren Geschäftsschließungen versucht die Stadt, die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Ab Samstag dürfen auch Frisörbetriebe, Bau- und Gartenbaumärkte, Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios sowie vergleichbare Einrichtungen in Rheine nicht mehr öffnen. Die dazu erforderliche Allgemeinverfügung ist bereits am Freitagnachmittag auf der Internetseite der Stadt Rheine bekannt gemacht und steht auch hier zum Download zur Verfügung.

Allgemeinverfügung Rheine 20.03 (4335 kB)

Zur Klarstellung wurde außerdem eine Formulierung eingefügt, dass bei Speisewirtschaften nur dann der Außer-Haus-Verkauf gestattet ist, „der nicht zum sofortigen Verzehr an der Verkaufsstelle vorgesehen ist“. Auch hier seien die erforderlichen Maßnahmen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen zu treffen.

Die Stadt Rheine setzt Auflagen und Verbote damit weiterhin früher durch als in vielen anderen Orten. „Egal, wie die Linie beim Bund zu diesem Thema ist, ich bin sicher, dass die Schließung der Friseursalons zum Schutz der Mitarbeiter jetzt dringend geboten ist“, sagte Bürgermeister Peter Lüttmann.

Deutliche Worte vom Bürgermeister

Darüber hinaus richtete er am Freitag deutliche Worte an diejenigen Jugendlichen, die „das Problem nicht ernst genug nehmen“ und sich immer noch treffen und in Gruppen zusammenstehen, unter anderem im Stadtpark. „Wir werden das nicht mehr dulden“, sagte Lüttmann und kündigte Personenkontrollen sowie Bußgelder an. Es hatte was von einem finalen Aufruf, als er sagte: „Macht das nicht mehr! Unterlasst es! Das Land stehe kurz vor einer Ausgangssperre; darüber werde die Bundes- und Landesregierung am Sonntag entscheiden. „Wir hoffen, dass wir die Kurve kriegen, aber wenn ihr nicht mitzieht, wird es nicht klappen.“

Um die Folgen klarzumachen, wenn man den dringenden Appellen zur Verringerung sozialer Kontakte nicht folgt, wählte Lüttmann drastische Worte: „Ihr seid Überträger des Virus. Ihr bringt den Tod in Häuser, wo ältere Menschen wohnen, die mit dem Virus nicht klarkommen. Denkt an die Alten und Schwachen.“ Abschließend versprach der Bürgermeister: „Das Feiern in dieser Stadt holen wir nach, wenn der Spuk vorbei ist.“

Und noch eine Nachricht für die Unternehmen: Um ihre Liquidität zu erhalten, verzichtet die Stadt Rheine zurzeit grundsätzlich auf die Versendung belastender Gewerbesteuerbescheide. Herabsetzungsanträge für Vorauszahlungen 2020 werden umgesetzt. Betroffene Betriebe können einen zinslosen Stundungsantrag stellen.