Rheine

Kinder und Jugendliche reagieren psychisch auffällig auf die Pandemie

Chefärztin Dr. Schöneich: „Zeichen extremer Verunsicherung“

Donnerstag, 7. Oktober 2021 - 18:00 Uhr

von Newsdesk

Foto: Mathias-Stiftung

Chefärztin Dr. Ulrike Schöneich berichtet aus der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie von einem Anstieg der Patientinnen und Patienten mit Panikattacken, Depressionen und Essstörungen, der vermutlich durch die Folgen der Corona-Pandemie ausgelöst wurde.

Panikattacken, Depressionen und Essstörungen: Die Anzahl von Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Krankheitsbildern hat in den Tageskliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Mathias Stiftung stark zugenommen. In den Einrichtungen der Mathias-Stiftung in Rheine und Ibbenbüren machten sich die Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bemerkbar, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ausgeprägte Selbstwertkrisen

„Bei 80 Prozent der Anfragen in unseren Tageskliniken handelt es sich um junge Patientinnen und Patienten mit Angstsymptomen, Panikattacken, Depressionen, sozialem Rückzug, Essstörungen und ausgeprägten Selbstwertkrisen“, berichtet Dr. Ulrike Schöneich, Chefärztin der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Vor der Pandemie waren Kinder und Jugendliche mit Konzentrationsstörungen und Impulskontrollstörungen deutlich stärker in unseren Tageskliniken vertreten.“

Die Tageskliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Mathias Stiftung an den Standorten Rheine und Ibbenbüren behandeln Kinder und Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten. Während ihrer Behandlung besuchen die Patienten die kooperierende Krankenhausschule und sind nachts und an den Wochenenden zuhause.

„Faktoren wie Homeschooling, Schließungen von Sportanlagen, Verlust von Sozialkontakten und weniger Treffen mit Freunden und Verwandten bringen bei gefährdeten Kindern und Jugendlichen psychische Probleme in den Vordergrund.“

Dr. Ulrike Schöneich

„Es gibt erste Studien, die darauf hinweisen, dass besonders Kinder und Jugendliche mit bestehenden psychischen Problemen und in psychosozialen Belastungssituationen unter der Pandemie leiden“, sagt Dr. Schöneich. „Faktoren wie Homeschooling, Schließungen von Sportanlagen, Verlust von Sozialkontakten und weniger Treffen mit Freunden und Verwandten bringen bei gefährdeten Kindern und Jugendlichen psychische Probleme in den Vordergrund“, erklärt Dr. Schöneich weiter.

Mit den Symptomen verbunden ist oft ein Bewegungsmangel, der zu extremer Gewichtszunahme oder aber auch zu extremer Gewichtsabnahme bis hin zur Anorexie führen kann. „Auch häusliche Konflikte, Cybermobbing und unkontrollierbarer Medienkonsum haben zugenommen“, sagt Dr. Schöneich. Trotz dieses Anstiegs berichten manche Eltern, dass sie aufgrund der Pandemie erst einmal abgewartet haben, bevor sie die Tagesklinik aufsuchten.

Betroffene Familien können sich an die Tageskliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Mathias Stiftung wenden und einen Beratungstermin vereinbaren. Die Behandlung ist krankenkassenfinanziert. Termine zur Beratung können über die Sekretariate der Tageskliniken vereinbart werden:

  • Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Rheine: 05971/42-1120.
  • Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Ibbenbüren: 05451/52-1701

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