Knapp 7500 Personen unterzeichnen Resolution

Knapp 7500 Personen unterzeichnen Resolution

Spontan kamen am Freitagabend Nachbarn aus dem Bereich Bentlage und einige Vertreter der Rheiner Kommunalpolitik an der Unfallstelle zusammen, wo eine Woche zuvor ein vierjähriger Junge schwer verunglückt war. Erste Unterschriften wurden hier bereits gesammelt, die sich für verkehrssichernde Maßnahmen auf diesem Abschnitt der Salzbergener Straße einsetzen. Am Wochenende kam auch eine Online-Petition in Gang.

„Hendrik ist vier. Er hilft seinem Papa gerne, wenn der etwas baut oder repariert. Er spielt gerne mit seiner großen Schwester und seinem kleinen Bruder. Er klettert und rennt. Er hat im Kindergarten viele Freunde und kurvt leidenschaftlich gern mit seinem Spielzeugtraktor durch den Garten. Bis Freitag, 3. September. Seitdem kämpft er sich auf der Intensivstation des Uniklinikums Münster mühsam zurück ins Leben. Beide Arme und Beine sind mehrfach gebrochen und sein Kopf ist schwer verletzt.“

Fast 7500 Unterzeichner

So beginnt der Text einer Online-Resolution, die am Wochenende Mareike Knue, eine Freundin der Familie des Vierjährigen, der auf der Salzbergener Straße so schwer verunglückt ist, in enger Abstimmung mit den Angehörigen ins Leben gerufen hat. Die Resonanz im Internet war überwältigend: Am Sonntagnachmittag, keine 24 Stunden nach Freischalten der Seite auf der Plattform „change.org“, hatten schon mehr als 7380 Personen unterschrieben – über die sozialen Netzwerke verbreitete sich die Aktion rasend schnell.

„Ich hatte Hendrik das erste Mal auf dem Schoß, da war er wenige Wochen alt. Er ist mit unseren Kindern befreundet. Wie alle Eltern träume auch ich den Alptraum, der für seine Eltern gerade Wirklichkeit geworden ist. Ich möchte verhindern, dass weitere Eltern diesen Alptraum erleben müssen. Hendriks Nachbarn und die Anwohner der Salzbergener Straße haben angefangen, Unterschriften zu sammeln. Diese Petition soll sie darin unterstützen“, begründete Knue ihr Engagement, das sie als Ergänzung zur Unterschriftenaktion sieht, die Anwohner aus dem Bereich Bentlage unter Federführung von Carina Tiekötter bereits am Freitag begonnen hatte.

Großvater spricht im Ausschuss

„Wir haben mittlerweile mehr als 100 Unterschriften gesammelt, die wir spätestens am Dienstag Bürgermeister Lüttmann überreichen wollen“, sagte Tiekötter gestern im Gespräch mit der MV. Wer sich dieser Aktion anschließen möchte, erreicht sie über das soziale Netzwerk Facebook.

Das ganze Ausmaß des Unfalls war am vergangenen Mittwochabend durch den Auftritt von Hendriks Großvater in der Einwohnerfragestunde des Schul-, Bau- und Mobilitätsausschusses bekannt geworden. Der Vierjährige war mit einer Freundin der Familie mit dem Rad unterwegs und auf dem Weg nach Hause. Sie mussten die Salzbergener Straße in Höhe des Kreuzherrenwegs überqueren, wo außerhalb geschlossener Ortschaft Tempo 70 gilt. Eine Ampel an dieser Stelle hatte der Bauausschuss in den Jahren 2012/13 diskutiert, aber abgelehnt: zu teuer, Präzedenzwirkung.

Kindergarten und Schule in der Nähe

„Hendrik kennt die Straße“, heißt es in der Resolution, die an den Regionalleiter des Landesbetriebs Straße.NRW, Thomas Rensing, an Rheines Baudezernentin Milena Schauer und an den Vorsitzenden des Bau- und Mobilitätsausschusses der Stadt Rheine, Karl-Heinz-Brauer gerichtet ist.

Weiter heißt es: „Dies- und jenseits liegen sein Kindergarten und die Schule seiner Schwester. Täglich überqueren Kinder die Straße auf dem Schul- und Kindergartenweg. Ohne Ampel, ohne Querungshilfe, bei Tempo 70 mitten im Berufsverkehr. Hendrik schaut nach links, wie er es gelernt hat. Aber er ist erst vier. Es braucht noch ein paar Jahre, bis er verkehrssicher ist. Den Blick nach rechts vergisst er. Seine erwachsene Begleiterin ruft noch, zu packen bekommt sie ihn nicht mehr. Ein Kleinwagen reißt Hendrik vom Rad. Er fliegt 20 Meter durch die Luft, bevor er auf dem Asphalt aufschlägt.“

Die Resolution findet sich unter: https://chng.it/hrRmCzSK8R