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Ausbildungsmesse

Der perfekte Mittelweg?

Duales Studium

Donnerstag, 16. Mai 2019 - 12:27 Uhr

von Newsdesk

Studieren oder eine Ausbildung machen: Was ist der richtige Weg für mich? Diese Frage stellen sich nach dem Schulab¬schluss viele junge Menschen. Und für diejeni¬gen, die sich nicht für einen der beiden Ausbildungswege entscheiden können, gibt es einen Mittelweg: das duale Studium. Doch wie sieht das eigentlich aus? Und wie bringt man Studieren und Arbeiten unter einen Hut?

Jana Dräger hat diesen Ausbildungsweg fast gemeistert: Sie ist seit 2016 eine duale Studen¬tin der Apetito AG. Dort absolvierte sie gleich¬zeitig die Ausbildung zur Industriekauffrau und ein BWL-Studium am Lingener Campus der Hochschule Osnabrück. Im Juli beendet sie ihr Studium mit ihrer Bachelorarbeit – und blickt nun zurück auf diese besondere Ausbildung.

Für sie ist das duale Studium die optimale Lösung: „Es ist einfach eine gute Verbindung zwi¬schen Theorie und Praxis“, sagt die 24-jährige Ibbenbürenerin. „Was ich in der Uni gelernt habe, konnte ich sehr oft während der Arbeit anwenden – oder mir wurde gezeigt, dass es in der Praxis eben ganz anders aussieht.“ So oder so: Für Jana passen ein BWL-Studium und eine kaufmännische Ausbildung einfach gut zusammen.

Jana Dräger

Doch wie sieht das duale Studium eigentlich genau aus? Ihre Ausbildungszeit teilte sich dabei in zwei verschiedene Blöcke auf: zehn Wochen Uni und zwölf bis 14 Wochen im Betrieb wechselten sich über die drei Jahre immer wieder ab. „Am Ende von jeder Uni-Phase hatten wir dann die Prüfungen, sodass wir Uni und Arbeit immer ganz gut voneinander trennen konnten“, sagt sie. „Nur manchmal mussten wir unsere Hausarbeiten auch während des Arbeits-Blocks schreiben.“

Trotzdem sei der Uni-Alltag oftmals stressig geworden. „Wir mussten den Stoff immer in zehn Wochen lernen und hatten deshalb auch sehr kurze Klausurenphasen“, schildert sie. „Viel Stoff, wenig Zeit. Das war natürlich anstrengend.“ Außerdem gäbe es für die Studierenden im dualen System immer ein wenig mehr Druck als für Vollzeitstudierende. „Das Studium ist auf drei Jahre festlegt, verlängern oder ein Modul ins nächste Semester verschieben – das geht nicht so einfach“, erzählt die Ibbenbürenerin. Für sie war das allerdings kein Problem: „Die einen sehen das vielleicht als Druck, ich habe es eher als Motivation verstanden.“

Jana hatte sich zu Beginn bewusst für das dua¬le Studium entschieden, obwohl sie zuvor schon eine Ausbildung zur Bankkauffrau abgeschlossen hatte. „Erst habe ich über ein Vollzeitstudium nachgedacht“, erzählt sie. „Aber ich habe immer gerne gearbeitet und wollte nicht ganz raus aus der Praxis.“ Außerdem habe sie nebenbei weiterhin Geld verdienen wollen. „Deshalb stand für mich relativ schnell fest, dass ich ein duales Studium machen werde.“

Anfang Juli macht Jana ihren Abschluss – und bleibt der Apetito AG im Bereich Controlling er¬halten. Wem sie im Rückblick ein duales Studium empfehlen würde? „Man muss sich gut selbst organisieren können, und viel Stoff in kurzer Zeit zu lernen, sollte einem nicht so schwerfallen“, sagt sie. „Ansonsten natürlich allen, die Theorie und Praxis frühzeitig verknüpfen wollen.“