NRW

Erster Rettungshubschrauber mit spezieller Isolationstrage

Freitag, 17. Juli 2020 - 13:26 Uhr

von dpa

Die Aufschrift Notarzt steht auf der Unterseite eines Rettungshubschraubers. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

Dortmund (dpa/lnw) - Nicht nur ein nagelneuer Hubschrauber soll die Arbeit der Luftretter besser machen: Als erste NRW-Luftrettungsstation wird Dortmund mit einer Spezialtrage für Patienten mit ansteckenden Krankheiten ausgerüstet. Das ist auch eine Antwort auf die Corona-Pandemie. Für den Transport von Patienten mit Infektionskrankheiten wie Covid-19 gibt es Nordrhein-Westfalen nun einen Rettungshubschrauber mit Spezialtrage. Der am Freitag am Flughafen Dortmund in den Dienst gestellte neue Notfallhubschrauber ist nach Angaben der DRF Luftrettung der erste im Bundesland, der mit einer „Epi Shuttle“ genannten Isoliertrage ausgestattet ist. Zum Schutz der Crew in dem Hubschrauber liegen Patienten unter einer durchsichtigen Abdeckung, können aber durch luftdichte Zugänge und Zugriffsmöglichkeiten behandelt, überwacht oder etwa an Beatmungsgeräte angeschlossen werden.

Hochinfektiöse Patienten ließen sich auf diese Weise wie in einer Isolierstation transportieren, teilte die DRF Luftrettung mit. Alle an Bord seien so vor Viren und Bakterien geschützt und die Retter könnten sich auf die medizinische Versorgung des Patienten besser konzentrieren. Außerdem falle eine aufwendige Desinfektion des Hubschraubers weg, so dass er schneller wieder für einen weiteren Einsatz zur Verfügung stehe.

Entwickelt wurde die Trage von norwegischen Ärzten im Kontext mit der Ebola-Epidemie in Westafrika, berichtete ein Sprecher. Bereits seit mehreren Jahren habe die DRF über die Anschaffung solcher Tragen nachgedacht, die Pläne aber erst mit Aufkommen der Corona-Pandemie umgesetzt. Inzwischen sind 11 der 29 DRF-Rettungsstandorte in Deutschland mit je einem Epi Shuttle ausgestattet.

Die Rettungsflieger am Standort Dortmund können sich zudem über einen neuen Intensivtransporthubschrauber freuen. Eine Maschine vom Typ EC 145 löst die bisherige BK 117 ab. Der neue Hubschraubertyp sei für die Piloten eine Arbeitserleichterung, erklärte der Stationsleiter Markus Sandmann laut Mitteilung. Er sei schneller, habe eine größere Reichweite und geringeren Treibstoffverbrauch. Außerdem biete er mehr Platz für die Patientenversorgung und für die Crew eine bessere technische Ausstattung.