NRW-Städte fordern neue Quarantäne-Leitlinien für Schulen

NRW-Städte fordern neue Quarantäne-Leitlinien für Schulen

Ein Schüler macht vor der ersten Stunde an einer Schule einen Corona-Schnelltest. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Köln/Berlin (dpa) - In der Debatte um eine deutlich enger gefasste Quarantäneregel an Schulen nur für positiv auf Corona Getestete fordern die NRW-Städte neue Leitlinien. „Die Städte in NRW halten es für wichtig, die Quarantäneregeln bei Infektionen in Schulen anzupassen“, sagte der Vorsitzende des Städtetages NRW, Pit Clausen, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Aus Sicht der Städte sei es vollkommen ausreichend, nur die positiv auf Corona getesteten Schüler und ihre Familienangehörigen in Quarantäne zu schicken.

„Wir wollen die Schulen weiter offen halten“, betonte Bielefelds Oberbürgermeister. Das sei verantwortbar mit weniger Quarantäne und einer guten Teststrategie, wie sie in NRW an den Schulen praktiziert werde. Deshalb unterstütze der Städtetag das Vorhaben des Landes, die Quarantäneregeln zu ändern. Der Bund und das Robert Koch-Institut (RKI) seien nun am Zug, die Leitlinien für die Kontaktnachverfolgung und Quarantäne an die neue Corona-Strategie von Bund und Ländern anzupassen. „Denn das ist Richtschnur für das Handeln der Gesundheitsämter in den Städten“, verdeutlichte Clausen.

Derzeit sollen laut Verordnung in NRW bei einem Corona-Fall „enge Kontaktpersonen“ in häusliche Quarantäne gehen. Das sind Schüler, die vor, hinter, rechts oder links von einem Infizierten gesessen haben. Geimpfte ohne Symptome sind von der Quarantäne ausgenommen. Oft wird aber von den Behörden eine 14-tägige Quarantäne für ganze Gruppen oder Klassen angeordnet. Nach einer Umfrage des WDR-Magazins Westpol entscheidet ein gutes Drittel der Gesundheitsämter ausschließlich nach den strengeren RKI-Regelungen, wie viele Kinder bei einem Corona-Fall in der Klasse nach Hause geschickt werden. Laut Westpol befinden sich über 90 komplette Schulklassen in Quarantäne.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte vergangenen Mittwoch im Schulausschuss des Landtags die Ansicht vertreten, dass künftig nur noch nachweislich mit Corona infizierte Schülerinnen und Schüler in häusliche Quarantäne gehen sollten. Sie hoffe auf einen entsprechenden Beschluss bei den laufenden Bund-Länder-Gesprächen. Die Gesundheitsminister der Länder wollten am Montagnachmittag über die Quarantäne-Maßnahmen an den Schulen sprechen. Dabei sollte es um „möglichst einheitliche Regeln“ gehen, hatte der Vorsitzende der Konferenz, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, angekündigt.