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Ausbildungsmesse

„Pflege ist so viel mehr als man denkt“

Ausbildung zum Altenpfleger

Donnerstag, 16. Mai 2019 - 12:07 Uhr

von Newsdesk

Luisa Kaul und Oliver van der Minde sind angehende Altenpfleger.

Schichtdienst, körperliche Arbeit und eine unzureichende Bezahlung – dem Pflegeberuf eilt ein schlechter Ruf voraus. Dazu kommt der Fachkräftemangel, der in diesen Tagen ein Dauerthema ist. Trotzdem entscheiden sich heute junge Leute für den Pflegeberuf. Warum eigentlich?

Luisa Kaul und Oliver van der Minde sind angehende Altenpfleger – und ärgern sich über den schlechten Ruf ihres Jobs. „Viele denken dabei daran, dass es in unserem Job nur um das Füttern und Waschen der Bewohner geht“, sagt der 22-jährige Oliver. „Dabei ist es so viel mehr. Die Menschlichkeit steht für mich auf jeden Fall im Vordergrund. Wir können mit unserem Beruf den Bewohnern ein schönes Leben bereiten, das ist doch toll.“ Während der Arbeit baue man schnell einen engen Kontakt zu den Bewohnern auf. „Wir bekommen wirklich viel von ihnen zu¬rück und können auch noch etwas von ihnen lernen“, stimmt auch Luisa zu.

Oliver ist Azubi der Sozialstation Woltering, Luisa arbeitet im Caritas-Seniorenheim St. Ludgerus in Heek. Ihre theoretische Ausbildung absolvieren beide im Caritas Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit Rheine. In der Pflege zu arbeiten – das hatten die beiden eigentlich gar nicht geplant. Eher durch Zufall sind sie an Prak¬tika in ihren jetzigen Ausbildungseinrichtungen gekommen – und schließlich dortgeblieben.

„Ich dachte anfangs immer, Pflege wäre nichts für mich“, sagt Oliver. Doch das Praktikum habe ihm genau das Gegenteil gezeigt. Ein Praktikum – oder auch einen Nebenjob – in der Pflege könne er jedem nur empfehlen. „Denn Pflege ist natürlich nicht für jeden etwas, so kann man den Beruf – und was er alles mit sich bringt – gut kennenlernen und Vorurteile abbauen.“

Luisa und Oliver haben sich von den Vorurteilen nicht abschrecken lassen. „Pfleger ist nun mal ein Beruf mit Zukunft“, sagt die 18-Jährige mit Blick auf den demografischen Wandel. Das hätten auch einige junge Leute erkannt: Die Ausbildungskurse des Caritas Bildungszentrums sind regelmäßig ausgebucht. „Wir haben etwa 120 Schüler pro Jahr“, sagt Klaus Wulfert, pädagogischer Mitarbeiter des Bildungszentrums. „Das Interesse ist also da.“

Die Ausbildung zum Altenpfleger dauert drei Jahre, diese Zeit ist in praktische und theoretische Blöcke aufgeteilt. Neben der Arbeit in ihren Ausbildungseinrichtungen lernen die angehenden Pflegekräfte außerdem die Tätigkeiten im Krankenhaus, in der ambulanten oder stationären Pflege und im gerontopsychiatrischen Bereich kennen. Immer mit dabei: die Praxisanleiter, die den Azubis dabei helfen, die Theorie in die Praxis umzusetzen.

Luisa und Oliver sind sich sicher: Sie haben die richtige Entscheidung getroffen – und wollen nun alles daransetzen, dass der Pflegeberuf wieder attraktiver wird.