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Ausbildungsmesse

Von der Ausbildungsmesse zum Ausbildungsstart

Zerspanungsmechaniker bei der Firma Renk

Donnerstag, 16. Mai 2019 - 11:44 Uhr

von Newsdesk

Hier könnte eines Tages sein Arbeitsplatz sein: Jost Woltering zusammen mit Ausbilder Waldemar Mansfeld an einer Karusselldrehbank, die Werkstücke mit bis zu vier Metern Durchmesser bearbeiten kann.

„Ich hatte keine Ahnung, was ich nach der Schule machen sollte“, gibt Jost Woltering ehrlich zu. Der 15-Jährige geht auf die Alexander-von-Humboldt-Schule und so wie ihm geht es wohl vielen Schülern, bei denen bald der Abschluss bevorsteht. Um sich einen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten, die sich ihm nach der Schule bieten, zu verschaffen, besuchte er im vergangenen Jahr die Ausbildungsmesse in der Stadthalle Rheine – und wird nun im September seine Ausbildung bei der Firma Renk als Zerspanungsmechaniker beginnen.

Vor der Messe noch völlig „planlos“, war in ihm nach dem Gespräch mit Waldemar Mansfeld, Ausbildungsleiter bei Renk, das Interesse entfacht. Mansfeld ist geübt darin, auf die Schüler zuzugehen, meist begleiten ihn auch ein bis zwei Azubis, die ihre Erfahrungen aus dem Ausbildungsalltag mit den Schülern teilen können. „Dann sind die Berührungsängste nicht so groß“, weiß Mansfeld. An das Gespräch mit Jost erinnert er sich noch ganz genau: „Er hat die Initiative ergriffen und ist auf mich zugegangen, hat Fragen gestellt und wirkte sehr interessiert – das hat mich beeindruckt.“

Nach dem Gespräch auf der Messe war die Leidenschaft für den Beruf des Zerspanungsmechanikers bei Jost entfacht. „Mich begeistert die Genauigkeit, man muss da auf einen hundertstel Millimeter genau arbeiten“, sagt der Schüler. In den vergangenen Herbstferien absolvierte er ein einwöchiges freiwilliges Praktikum, bei dem er praktische Einblicke in den Beruf gewinnen konnte. „Das hat mich dann endgültig überzeugt.“

Es folgte die Bewerbung. Neben einem klassischen Vorstellungsgespräch musste Jost auch einen Test ablegen, der es in sich hatte. „Den hat noch nie einer fehlerfrei bestanden“, verrät Thomas Schnelling, Personalleiter bei Renk. Zwei Stunden lang musste Jost Fragen beantworten und Aufgaben lösen. Dabei wurde sowohl technisches Wissen abgefragt, als auch mathematisches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen – und Allgemeinwissen. „Uns ist es wichtig, junge Leute im Unternehmen zu haben, die sich auch für das gesellschaftliche Leben interessieren, für Politik und das Weltgeschehen“, erläutert der Personalchef.

Jost ist froh, dass er auf die Ausbildungsmesse gegangen ist und dort erste Gespräche mit Waldemar Mansfeld und Auszubildenden führen konnte, denn dadurch war er beim Vorstellungsgespräch entspannter. „Man wird so nicht einfach mit Leuten in einen Raum geworfen, die man nicht kennt, sondern es ist dann jemand dabei, dem man schon einmal begegnet ist.“

Für Jost stehen jetzt noch die Abschlussprüfungen an und dann die langen Sommerferien, bevor es am 1. September mit der Ausbildung losgeht. Ob da auch etwas Bedauern mitschwingt, dass es die letzten Sommerferien sind? Eigentlich nicht, findet Jost. „Ich freue mich wirklich sehr darauf, wenn die Ausbildung bald losgeht.“

Was macht eigentlich ein Zerspanungsmechaniker?

Zerspanungsmechanikerinnen und -mechaniker fertigen Präzisionsbauteile, zum Beispiel Zahnräder für Getriebe. Die können auch mal einen Durchmesser von vier Metern haben – trotzdem muss dabei auf hundertstel Millimeter genau gearbeitet werden. Der Begriff Zerspanungsmechaniker rührt daher, dass die ausgeübten Tätigkeiten „spanend“ sind – da wird gedreht, gefräst und geschliffen. Hartnäckig hält sich das Vorurteil, dass es sich um einen körperlich verausgabenden und mitunter auch „dreckigen“ Beruf handelt. Dank Modernisierung und Digitalisierung ist dem heute nicht mehr so. Schwere Lasten werden ausschließlich über Kräne transportiert und die meisten Maschinen sind mittlerweile komplett geschlossen, sodass äußerst sauber gearbeitet werden kann.