Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
Sportmix

Ruderer Zeidler: „Essen im Hals stecken geblieben“

Samstag, 28. März 2020 - 15:06 Uhr

von dpa

Ruderer Oliver Zeidler hätte die Tokio-Spiele „niemals boykottiert“. Foto: Helmut Fohringer/APA/dpa

Berlin (dpa) - Für die deutsche Ruder-Hoffnung Oliver Zeidler war die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele ein „Schlag ins Gesicht“.

Der Welt- und Europameister schilderte in einem Interview des „Spiegel“, wie er von der Absage der Spiele in Tokio für dieses Jahr erfahren habe. „Ich saß gerade mit meiner Familie zu Hause beim Mittagessen. Es gab Fisch und Kartoffeln. Auf einmal hat mein Handy nicht mehr aufgehört zu vibrieren. Auf dem Display waren dann viele Nachrichten: 'Hast Du es schon gesehen? Olympia auf 2021 verschoben.' Da ist mir das Essen erst mal im Hals stecken geblieben.“ Er sei darauf eingestellt gewesen, dass sich das IOC Zeit nimmt mit der Entscheidung, weil das so angekündigt worden war.

„Ich bin immer noch der Meinung, dass man Alleingänge hätte vermeiden sollen. Ich hätte die Spiele niemals boykottiert. Am Ende war es wohl der Todesstoß, dass sich Nationen wie Australien und Kanada dazu entschieden haben, in diesem Jahr keine Athleten nach Tokio zu schicken“, sagte Zeidler.

Mit der Entscheidung ändert sich nun viel für den besten deutschen Einer-Ruderer. „Ich bin regelrecht erschlagen von dem Berg, was nun alles zu regeln und umzuplanen ist. Ich habe mein Studium für die Spiele ein Jahr lang nicht fortgesetzt, wollte in England anschließend meinen Master machen. Die Bewerbung muss ich jetzt zurückziehen. Ich muss mit meinem Arbeitgeber sprechen, ob ich ein weiteres Jahr mit reduzierten Stunden arbeiten kann.“

Nach wie vor herrsche bei ihm Enttäuschung, „eben weil man sich so hat täuschen lassen von der Situation. Zwischen der Aussage, dass die Spiele stattfinden, und der Verschiebung lag eine Woche - das ist mir zu impulsiv. Das hätte man definitiv eleganter und schonender lösen können“, kritisierte der 23-Jährige. Er gibt den IOC-Funktionären jetzt vier Wochen Zeit, um einen neuen Termin festzulegen: „Und dann sollten wir zusehen, dass die Dopingkontrollen wieder weltweit stattfinden können. Und dann sollten wir dieses Virus endlich hinter uns lassen können.“