Turn-WM: Leidenszeit von Tabea Alt hält an

Von Von Frank Thomas, dpa
Turn-WM: Leidenszeit von Tabea Alt hält an

Turnerin Tabea Alt kann verletzungsbedingt nicht an der Heim-Weltmeisterschaft teilnehmen. Foto: Catalin Soare/dpa/Archiv

Berlin (dpa) - Deutschlands große Turn-Hoffnung Tabea Alt kann nicht bei der Heim-WM dabei sein. Die 19-Jährige muss nun die Daumen drücken, dass die Riege ohne sie in Stuttgart die Olympia-Tickets für Tokio holt.

Erst die Schulter, nun der Rücken: Auswahl-Turnerin Tabea Alt ist weiter akut von Verletzungen geplagt und muss auf einen Start bei der Heim-Weltmeisterschaft vom 4. bis 13. Oktober in Stuttgart verzichten.

Wie die WM-Dritte und Gesamt-Weltcupsiegerin von 2017 auf Instagram mitteilte, seien zwar die Probleme mit ihrer Schulter inzwischen minimiert, doch waren zuletzt ihre seit 2016 bestehenden Rückenschmerzen wieder aufgetreten.

„Sie sind bereits so akut, dass ein "normales" Training oder selbst joggen nicht mehr möglich ist“, erklärte die 19-jährige Ludwigsburgerin. „Ich denke, keiner hätte anfangs gedacht, dass diese Leidenszeit so lange geht!“

„Damit ist klar, dass Tabea bei der WM nicht turnen kann“, bestätigte Cheftrainerin Ulla Koch am Wochenende auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Sie muss jetzt erst mal an ihre Gesundheit denken“, fügte die Chefin hinzu. Um die WM-Tickets für die fünfköpfige deutsche Riege geht es schon bei den deutschen Meisterschaften am 3./4. August in Berlin. Tabea Alt, die in Rio Olympia-Sechste mit dem deutschen Damen-Team war, muss nun ihren Blick auf die Spiele 2020 in Tokio richten.

Dank intensiver Untersuchungen hatten Ärzte eine eindeutige Ursache gefunden, die Alts Schmerzen und Symptome erklärt. Sie habe deshalb „mit einer sogenannten Proliferationstherapie begonnen. Die Therapie dauert rund drei Monate an und muss währenddessen zirka 8-mal wiederholt werden“, berichtete sie.

„Es ist eine sehr lange Zeit, aber leider die einzige Möglichkeit, die momentan besteht, um aus diesem täglichen Schmerzkreislauf rauszukommen“, räumte Alt ein, die als eines der größten Turn-Talente Deutschlands gilt, durch ihre lange Verletzungspause aber arg gehandicapt ist.

Sie gab sich dennoch kämpferisch: „Ich werde alles geben und mich nicht unterkriegen lassen! Mein Ziel ist es, durch diese schwere Zeit durchzukommen und dabei meine positive und fröhliche Art nicht zu verlieren.“

Zuletzt hatte sie mehr als ein Jahr über Schmerzen in der Schulter geklagt. Jetzt gehe es der Schulter wieder besser. „Ich absolviere täglich ein intensives Aufbau- und Rehaprogramm und kann sagen, dass sowohl die Ärzte als auch Physiotherapeuten äußerst zufrieden mit den Fortschritten sind.“